Provisionen, Abos und Zahlungsverkehr: Wie Finanzvermittler und Fintechs mit Fakturia automatisch abrechnen
Provisionen, Abos und Zahlungsverkehr: Wie Finanzvermittler und Fintechs mit Fakturia automatisch abrechnen
Wer Finanzprodukte vergleicht, vermittelt oder digital anbietet, hat es mit zwei Geldströmen zu tun: Einnahmen von Kunden und Auszahlungen an Partner. Dazwischen liegen Verträge, Zahlungsarten, Mahnungen und die Frage, ob am Monatsende wirklich alles gebucht ist. Gerade für kleine Vermittler und junge Fintechs ist das ein Dauerthema, das nichts mit dem eigentlichen Geschäft zu tun hat.
Eine Abgrenzung vorab: Fakturia ist keine Software zur Verwaltung von Darlehen oder zur Berechnung von Zinsen und Tilgungsplänen. Es ist ein System für wiederkehrende Abrechnung gegenüber Kunden und Partnern, etwa für Beratungs- und Software-Abos, Servicepakete, Mitgliedschaften oder Provisionen für Vermittler. Wir stellen die Software vor, vertiefen zwei Bereiche und schauen auf eine Neuerung im Zahlungsverkehr, die jeden betrifft, der regelmäßig Überweisungen ausführt.
Fakturia im Überblick: Abrechnung für abobasierte Geschäftsmodelle
Fakturia ist eine Subscription-Management-Software, die den Weg vom Vertrag bis zum Zahlungseingang automatisiert. Nach Angaben des Anbieters lassen sich damit bis zu 85 % der Zeit einsparen, die sonst in die Abrechnung fließt. Entwickelt wird sie ausschließlich in Deutschland von der Luminea IT Services GmbH aus Sauerlach bei München, die seit 2007 am Markt ist und in Privatbesitz ihrer Gesellschafter steht. Die Server stehen in einem zertifizierten Rechenzentrum in Nürnberg. Das Unternehmen hat keinen ausländischen Investor, ein Auftragsverarbeitungsvertrag wird abgeschlossen. Für Anbieter, die mit sensiblen Kundendaten arbeiten, sind das wichtige Argumente.
Die Kernfunktionen:
- Verträge: Abo- und Dienstleistungsverträge mit Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist und Kündigungsabwicklung.
- Rechnungslauf: Fällige Rechnungen entstehen automatisch und gehen als PDF per E-Mail an den Kunden.
- Zahlungen: Zahlungsanbieter wie Stripe, Adyen, Unzer und PayPal oder Lastschrift über die Hausbank.
- Mahnwesen: mehrstufig, mit automatischer Verarbeitung von Rücklastschriften.
- Provisionsabrechnung: Gutschriften für Vertriebspartner mit individuell konfigurierbaren Provisionssätzen.
- Buchhaltung: DATEV-Schnittstelle, Rechnungsabgrenzung, Rollen für den Steuerberater.
- Schnittstellen: REST-API, Webhooks, Zapier und Locoia.
Vertiefung 1: Provisionen für Vermittler und Partner automatisch abrechnen
Vergleichsportale, Makler, Finanzberater und Netzwerkpartner leben von Provisionen. Das Problem: Wer Dutzende Partner mit unterschiedlichen Konditionen betreut, verliert schnell den Überblick, welcher Kunde zu wem gehört und was bereits ausbezahlt wurde.
So funktioniert die Provisionsabrechnung
In Fakturia weisen Sie Kunden oder Verträge einem Vertriebspartner zu. Auf Basis der Umsätze dieser Kunden erzeugt die Software automatisch Abrechnungsgutschriften. Die Provision ist feingranular auf Artikelebene definierbar: Ein Beispiel aus der Dokumentation sind 20 % nur auf die Umsätze eines bestimmten Artikels, alle anderen Posten bleiben provisionsfrei. Auch Lifetime-Provisionen sind möglich, der Partner erhält also so lange Provision, wie der vermittelte Kunde zahlt. Die fertige Gutschrift lässt sich direkt aus Fakturia per SEPA-Sammelüberweisung auszahlen.
Warum das für Finanzthemen passt
Vermittlungsgeschäft ist transparenzgetrieben: Partner wollen nachvollziehen können, woraus sich ihre Auszahlung zusammensetzt, und Sie als Betreiber müssen sie jederzeit belegen können. Die Abrechnungsgutschrift ist genau dieser Beleg. Weil sie automatisch aus den echten Umsätzen entsteht, gibt es keine Abweichung zwischen Tabellenkalkulation und Buchhaltung. Wer Provisionen für mehrere Produktlinien zahlt, kann pro Artikel unterschiedliche Sätze festlegen und so verschiedene Vergütungsmodelle in einem System abbilden.
Ein Rechenbeispiel
Rein rechnerisch könnte das so aussehen: Ein Partner bringt Ihnen einen Kunden, der ein Beratungspaket und eine Software-Lizenz bucht. Für das Beratungspaket ist eine Provision von 20 % vereinbart, für die Lizenz keine. Zahlt der Kunde für das Paket in einem Monat 1.000 Euro, entsteht automatisch eine Gutschrift von 200 Euro für den Partner. Die Lizenz bleibt außen vor. Im nächsten Monat wiederholt sich das, solange der Vertrag läuft, ohne dass jemand eine Tabelle pflegen muss. Das schafft Vertrauen auf beiden Seiten und erleichtert es, neue Partner zu gewinnen.
Die Provisionsabrechnung ist für Vertriebspartner gedacht. Für regelmäßige Zahlungen an andere Empfänger, etwa Pacht, wird in Fakturia ein Vertrag mit negativem Betrag verwendet, der automatisch monatliche Gutschriften erzeugt, die per SEPA-Überweisung bezahlt werden.
Vertiefung 2: Zahlungsverkehr, Mahnwesen und Sicherheit
Zahlungen einziehen: Anbieter oder Hausbank
Bei Nutzung eines Zahlungsanbieters wird der Betrag sofort automatisch darüber abgebucht. Alternativ reichen Sie Lastschriften direkt über die Hausbank ein, was meist günstiger ist als der Weg über einen Anbieter. Für ein Unternehmen mit vielen kleinen Beträgen kann sich der Unterschied lohnen, und Fakturia lässt Ihnen die Wahl. Das mehrstufige Mahnwesen schickt bei ausbleibender Zahlung pro Stufe eine E-Mail mit angepasstem Text und der offenen Rechnung im Anhang.
Kontenabgleich und Rücklastschriften
Über den Anbieter finAPI ruft Fakturia Kontoumsätze ab und gleicht sie mit den offenen Posten ab. Das gilt ausschließlich dem Abruf der Umsätze, nicht dem Einzug von Geld. Kommt eine Lastschrift zurück, reagiert Fakturia automatisch: Der Kunde bekommt eine Info-Mail, und eine frei definierbare Rücklastschriftgebühr wird berechnet. Danach legen Sie fest, ob der Kunde auf Überweisung umgestellt oder der Vertrag pausiert wird, sodass bis auf Weiteres keine weiteren Rechnungen entstehen.
Zugriff und Datenschutz
Wer Kundendaten aus dem Finanzumfeld verarbeitet, braucht klare Zuständigkeiten. Fakturia bietet eine Rollen- und Rechteverwaltung für Mitarbeiter und externe Beteiligte wie den Steuerberater, und der Login lässt sich per Zwei-Faktor-Authentifizierung absichern. Die DATEV-Schnittstelle überträgt Buchungssätze und PDF-Rechnungen direkt an DATEV Unternehmen online, auf Wunsch mit Abgrenzungsposten auf Monatsbasis.
Kennzahlen für die Steuerung
Wer abobasiert arbeitet, sollte seine Zahlen kennen. Fakturia stellt dafür Reports als CSV bereit, darunter Kundenliste, Vertragsliste, Neuverträge und Kündigungen sowie die Umsatzprognose. Die MRR/ARR-Auswertung auf Monatsebene enthält auch Churn und Churn-Rate. Damit sehen Sie, ob Ihr wiederkehrender Umsatz wächst und wie viele Kunden abspringen. Die Reports lassen sich über die Oberfläche oder per API auslösen und herunterladen, sodass Ihr Controlling sie automatisch abholen kann.
Aktuell: Empfängerüberprüfung bei Überweisungen
Seit spätestens dem 9. Oktober 2025 gilt im Zahlungsverkehr die Empfängerüberprüfung („Verification of Payee“). Vor der Freigabe einer Überweisung in Euro innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums wird geprüft, ob der angegebene Empfängername zur IBAN passt. Das betrifft Standard- und Echtzeitüberweisungen und damit auch Unternehmen, die regelmäßig Provisionen oder Gutschriften auszahlen.
Für die Praxis heißt das: Sorgfältig gepflegte Stammdaten werden wichtiger. Wer Partnern jeden Monat Gutschriften überweist, sollte Namen und Bankverbindungen sauber und aktuell halten, damit Auszahlungen nicht an Abweichungen scheitern. Wie genau Ihre Bank bei Sammelüberweisungen verfährt, erfahren Sie bei Ihrem Kreditinstitut. Fakturia unterstützt die Auszahlung per SEPA-Sammelüberweisung direkt aus der Gutschrift; die Pflege der Partnerdaten im System liegt in Ihrer Hand.
So starten Sie
Probieren Sie Fakturia im kostenfreien, unverbindlichen und zeitlich unbegrenzten Testmandanten (Sandbox) aus. Legen Sie Ihre Produkte als Artikel an, erfassen Sie einen Partner mit Provisionssatz und lassen Sie einen Rechnungslauf durchlaufen. Wer Unterstützung möchte, nutzt das Premium-Onboarding für einmalig 1.200 Euro: Das Team richtet die Sandbox gemeinsam mit Ihnen ein und überträgt anschließend alle Einstellungen in die Produktivumgebung.
Preislich bietet die seit März 2026 verfügbare FLEX-Serie einen Einstieg ohne monatliche Grundgebühr mit rein umsatzbasierter Abrechnung, ideal für junge Fintechs mit knappem Budget. Die Business-Serie mit Grundgebühr und Inklusivkontingenten bleibt für größere Anforderungen bestehen. Ein Wechsel von FLEX nach Business ist erst nach 36 Monaten möglich.
Häufige Fragen
Ist Fakturia eine Software zur Darlehensverwaltung?
Nein. Fakturia automatisiert wiederkehrende Abrechnung gegenüber Kunden und Partnern, etwa Abos, Services und Provisionen. Zins- und Tilgungsberechnung gehört nicht zum Funktionsumfang.
Können Provisionen pro Produkt unterschiedlich hoch sein?
Ja. Die Provision lässt sich auf Artikelebene definieren, zum Beispiel 20 % nur auf bestimmte Artikel. Die Gutschrift entsteht automatisch und kann per SEPA-Sammelüberweisung ausgezahlt werden.
Wofür wird finAPI genutzt?
Ausschließlich für den Abruf von Kontoumsätzen und den Abgleich mit offenen Posten, nicht für den Einzug von Zahlungen.
Holen Sie sich den kostenfreien Testmandanten oder besprechen Sie mit einem Experten, wie sich Ihre Abos und Partnerprovisionen in Fakturia abbilden lassen.
Mehr Informationen finden Sie auf fakturia.de und in der Dokumentation.